Freude, Kooperation, Konkurrenz?

Spiral Dynamics: die dynamische Spirale der WerteSpiral Dynamics: die dynamische Spirale der Werte

Ein Gespräch über Unternehmenswerte und Ethik mit Markus Moser, einem der Ge­schäfts­führer der Digitalen Agentur, zu den Grund­werten der Digitalen Agentur im Spannungsfeld von Kooperation und Konkurrenz, über Befunde der Gehirnforschung und die Bedeutung von Spiral Dynamics für tägliches freudvolles Miteinanander.

Bei der Gründung der Axtesys 2010 wurde das Ziel verfolgt, ein Unternehmen zu gründen, bei dem die Mitarbeiter im Vordergrund stehen. Wie kam es dazu?

Die Firma sollte ganz einfach ein Ort sein, an dem man gerne arbeitet.

Hat dieser Grundgedanke auch heute noch seine Berechtigung, wird er nach wie vor in der Axtesys gelebt?

Wir bemühen uns zumindest, ganz erreichen wir das Ziel nie. Regelmäßige One-and-one-Gespräche, also Nachfragen, wie es dem einzelnen geht, sind uns wichtig. Keine engen Büros. Grüne Büros mit vielen Pflanzen, Bildern. Eine angenehme Atmosphäre, in der sich jeder wohl fühlt. Kaffee, Kekse, unsere Süßigkeitenecke, Kuchen, Feierabendbier. Das gehört alles dazu!

Wird der Geschäftsführer auch gefragt, wie es ihm geht?

Eher eingeschränkt. Ich halte viel aus! [lacht]

Ist „Freude an der Zusammenarbeit“ eine rein selbstlose Einstellung oder ist damit schon eine gewisse Erwartungshaltung verknüpft?

Das Thema ist natürlich vielschichtig. Freude an der Zusammenarbeit ist angenehm für einen selbst, damit man gerne in die Arbeit geht. Wenn man gerne in die Arbeit geht, kommt dabei exzellente Arbeit heraus. Sonst ist Exzellenz gar nicht möglich. Wer unter Druck ist und dem es nicht gut geht, der kann keine exzellente Arbeit leisten. Doch wenn Freude und Exzellenz da sind, dann spüren das natürlich auch die Kundinnen und Kunden und kommen gerne wieder.

Gab es für die Digitale Agentur einen ähnlichen Leitgedanken?

Mit Freude an der Zusammenarbeit kann man auch in der Agenturbranche einiges bewirken. Dort sein, wo die Kunden unterwegs sind, und ihnen freudvoll begegnen. Die Kunden sind digital unterwegs! Um diese Kunden glücklich machen zu können, brauchen wir ein größeres Angebot, das haben wir bald erkannt. Mit Kooperationspartnern, die wir gut kennen und mit denen wir gerne zusammenarbeiten, können wir das erreichen.

Kooperation statt Konkurrenz also?

Ja, das ist auch ein Gedanke, obwohl die Axtesys gar nie in Konkurrenz tritt. Aber wir lassen uns auch nicht hintergehen. Augenhöhe ist uns wichtig. Wenn uns jemand mit Konkurrenz kommt – be my guest! Das wäre sinnlose Energieverschwendung. Punkt.

Professor Gerald Hüther, der renommierte österreichische Gehirnforscher, hat sogar ein Buch mit dem Titel „Kooperation statt Konkurrenz“ geschrieben.

Das Thema boomt ganz einfach, und das zu Recht. Hüther sagt, dass wir die Fülle unserer Fähigkeiten potenzieren, wenn wir uns in einem angenehmen Miteinander gegenseitig inspirieren. Als wir die Axtesys unter dem Motto „Freude an der Zusammenarbeit“ gründeten, hatten wir diese Idee im Keim im Kopf. Aber sie hat sich natürlich weiterentwickelt.

Inwiefern, was hat sich verändert? Warum ist Kollaboration gerade so aktuell? In der Gesellschaft, in der Wirtschaft?

Clare Graves begründete die Theorie der Spiraldynamik. Ich sehe das Thema Kollaboration in diesem Kontext. Die Menschheit entwickelt sich weiter. Sie wird reifer, erkennt, dass Kollaboration stärker ist als Konkurrenz. Das Kollektiv ist stärker, weil jedes Individuum seine Stärken einbringt.

Das gilt auch im Business-Kontext?

Das gilt für ein Unternehmen. Aber man darf auch nicht blauäugig sein: Mit jeder Kollaboration steigen zwar die Vorteile, doch irgendwann gibt’s den Punkt, wo die Vorteile auf der anderen Seite zu hohe Kosten generieren und die Gesamtbilanz negativ wird. Diesen Punkt darf man nicht verpassen.

Kollaboration wird üblicherweise als etwas sehr Positives wahrgenommen. Gibt es hier auch eine Kehrseite der Medaille?

Man kann ausgenützt werden. Wir hatten heuer einen Partner, der drei Tage vor dem Go-Live sein Personal abgezogen hat. Normalerweise ist es Ehrensache, dranzubleiben. Der Kapitän darf das sinkende Schiff nicht verlassen. Oder Partner, die versuchen, uns Kunden abzuwerben. Das hat immer damit geendet, dass der Kunde dann uns beide nicht genommen hat.

Bleiben wir doch lieber bei den positiven Beispielen…

Die Kooperationen in der IT-Community Styria und im Rahmen der coopPSE. Unser Markenregisseur Martin Aichholzer, der uns bei der Entwicklung der Digitalen Agentur grandios unterstützt hat. Die erfreuliche Zusammenarbeit mit Andreas Kufferath. Es gibt Beispiele ohne Ende…!

Ein Wort zum Schluss?

Ich halte es mit Tocotronic: Digital ist besser! Da wird auch die Tocotronic noch draufkommen… [lacht]